Wenn oftmals schon im Januar das erste frische Grün von Blumenzwiebeln aus dem Boden blinzelt, können wir den Frühling kaum noch erwarten. Los geht es dann – je nach Witterung und Lage – meist im März mit den ersten Blüten, die unseren noch tristen Garten mit den ersten fröhlichen Farbtupfern verwöhnen. Lassen Sie uns gemeinsam 10 beliebte Frühlingsblüher näher betrachten, die in keinem Garten fehlen sollten:
Schneeglöckchen – zarte Blüten für den Frühlingsbeginn
Schneeglöckchen (Galanthus) sind die ersten Frühlingsboten, die ihre Köpfe aus dem oft noch gefrorenen Boden stecken und nicht selten sogar geschlossene Schneedecken durchbrechen. Je nach Witterung zeigen sich die Blüten Ende Januar und künden von einem nahenden Frühling. Die zu den Amaryllisgewächsen gehören Pflanzen werden bis zu 20 Zentimeter hoch und sind vor allem in Gruppen gepflanzt eine Augenweide. Sie bevorzugen halbschattige bis schattige Standorte und fühlen sich unter Laubbäumen oder Sträuchern besonders wohl.
Bereits im Herbst werden die Zwiebeln gesteckt, der ideale Zeitpunkt ist von September bis November. Schneeglöckchen benötigen einen Kältereiz um wachsen zu können. Im Laufe der Zeit bilden sie Tochterzwiebeln und vermehren sich somit selbstständig. Schneeglöckchen sind zwar giftig, solange die Zwiebeln nicht gegessen werden, sollte aber nichts passieren.
Krokusse – fröhliche Farbklexe in jeder Wiese
Nicht lange nach den Schneeglöckchen laufen die Krokusse (Crocus) zur Höchstform auf. Sie sind eine der ersten Farbtupfer im Garten und ziehen nicht nur in Frühlingsbeeten die Blicke auf sich, sondern malen auch bunte Farbklexe in jede Wiese. Die Blumen, die zu den Schwertliliengewächsen gehören, blühen – je nach Sorte – von Februar bis April und erreichen Höhen von bis zu 15 Zentimetern. Es gibt sie in den Farben Violett, Gelb, Weiß, Orange, Blau und zweifarbig.
Auch Krokusse sind Zwiebelpflanzen, die von September bis November in den Boden gesteckt werden. Sie bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen durchlässigen, lockeren und humusreichen Boden. Die bienenfreundlichen Blumen bilden Tochterzwiebeln und vermehren sich somit von selbst. Auch wenn Krokusse leicht giftig sind, sind sie doch weitestgehend ungefährlich.
Primeln – strahlende Frühlingsschönheiten
Ob Gelb, Rot, Rosa, Violett, Blau, Weiß und natürlich mehrfarbig – Primeln (Primula) erfreuen uns im Frühling mit ihren vielfältigen Blütenfarben. Die zu den Primelgewächsen gehörenden Pflanzen blühen meist ab Ende März bis in den Mai hinein. Sie erreichen Höhen von bis zu 30 Zentimetern und sind eine schöne Ergänzung zu den zahlreichen Zwiebelpflanzen, die wir kennen. Auch im Topf machen Primeln eine gute Figur und verschönern Terrassen, Balkone und Fensterbänke.
Pflanzen Sie Primeln an einen sonnigen bis halbschattigen Standort und in eine humusreiche, feuchte und gut durchlässige Erde, schon geht es der Blume gut. Gepflanzt wird entweder im Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Um die Blütezeit zu verlängern, sollten Sie Verblühtes regelmäßig abschneiden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie keine Zimmerprimeln erwischen, da diese nicht winterhart sind. Primeln sind übrigens auch essbar – einzige Ausnahme ist die giftige Becher- oder Giftprimel, die aber nur als Zimmerpflanze verkauft wird.
Narzissen – die klassischen Osterblumen
Rund um die Osterzeit ist auch die Zeit der Narzissen (Narcissus). Die zu den Amaryllisgewächsen gehörenden Blumen rechen ihre gelben, orangen, weißen oder zweifarbigen Blüten von März bis Mai dem Himmel entgegen. Sie werden bis zu 50 Zentimetern hoch, sind zusammen mit Tulpen und Hyazinthen tolle Beetarrangements kommen aber auch einzeln stehend in Wiesen gut zur Geltung. Wie viele andere Frühlingsblüher gehören Narzissen zu den Zwiebelpflanzen und müssen im Herbst bereits in die Erde, damit sie den benötigten Kältereiz für ihr Wachstum erhalten.
Narzissen lieben sonnige bis halbschattige Standorte und einen mäßig feuchten aber durchlässigen und humusreichen Boden. Auch sie vermehren sich durch Tochterzwiebeln, wodurch Horste gebildet werden. Diese können im Sommer geteilt werden. Achtung: Narzissen enthalten Alkaloide, die für Menschen und Tiere giftig sind.
Hyazinthen – intensiv duftende Blütenrispen
Wenn eine Frühlingsblume besonders intensiv duftet, dann ist das die Hyazinthe (Hyacinthus) – Achtung, wenn Sie sie in einem Gesteck im Raum haben, sie duftet wirklich sehr stark, was für manchen zu viel sein kann. Die Pflanze gehört zu den Spargelgewächsen und kommt ursprünglich aus Vorderasien. Sie öffnet ihre großen Rispen mit hunderten von Blüten von März bis April und erfreut uns mit den Farben Blau, Violett, Rosa, Weiß, Gelb und Orange. Da die Blütenrispen schnell umknicken können, sollten Sie die Blumen eng zusammenpflanzen oder ihnen eine kleine Stütze geben. Auch Hyazinthen gehören zu den Zwiebelpflanzen und müssen zwischen September und November ins Beet, um im Frühling zuverlässig zu blühen.
Hyazinthen wollen in der Sonne stehen, kommen aber auch mit Halbschatten zurecht. Der gut durchlässige Boden sollte locker und humusreich sein. Auch diese Pflanzen vermehren sich selbstständig durch Tochterzwiebeln. Damit diese im Laufe der Jahre nicht eingehen oder die Blühfähigkeit nachlässt, sollten Sie sie immer wieder mal teilen. Schneiden Sie – wie bei den anderen Zwiebelpflanzen auch – das Grün erst ab, wenn es komplett vertrocknet ist, da die Pflanze so Nährstoffe für das nächste Jahr speichern kann.
Tulpen – elegante Farbenpracht
Wenn die Witterung passt, können Tulpen (Tulipa) bereits ab März blühen, ansonsten laufen sie im April und Mai zur Höchstform auf. Tulpen gibt es in allen Farben, außer in Blau und in Schwarz – auch zwei- und mehrfarbig ist möglich. Die Blumen werden in unterschiedliche Klassen eingeteilt, darunter „Einfache Frühe Tulpen“, „Einfache Späte Tulpen“, „Gefüllte Tulpen“, „Darwin-Hybrid-Tulpen“, „Triumph-Tulpen“, „Wildtulpen“ und noch einige mehr. Je nach Sorte können sie zwischen 10 und 70 Zentimeter groß werden. Die zu den Liliengewächsen gehörenden Blumen stammen eigentlich aus Zentralasien.
Sie lieben es sonnig bis halbschattig und fühlen sich in einem gut durchlässigen, lockeren und sandig-humosen Boden wohl. Neben dem Blumenbeet machen Sie auch im Topf eine gute Figur und harmonieren perfekt mit Narzissen und Hyazinthen. Gesteckt werden die Zwiebeln im Herbst, sodass sie im Winter einen Kältereiz bekommen. Sie vermehren sich selbst durch Tochterzwiebeln, sollten nach einigen Jahren aber geteilt werden. Große Zwiebeln blühen im Folgejahr erneut, kleinere Zwiebeln benötigen einige Jahre. Tulpen sind im Übrigen in allen Pflanzenteilen giftig und sollten keinesfalls mit Speisezwiebeln verwechselt werden – leider kommt es dazu immer wieder.
Vergissmeinnicht – der Frühling wird himmelblau
Wenn sich kleine, himmelblaue Blüten in Ihrem Blumenbeet zeigen, dann handelt es sich um Vergissmeinnicht (Myosotis). Selbst wenn Sie diese nicht selbst gepflanzt haben, können sie in Ihrem Garten Fuß fassen, denn sie vermehren sich sehr leicht durch Selbstaussaat. Die zu den Raublattgewächsen gehörenden Blumen blühen im April und Mai und erreichen Höhen von bis zu 40 Zentimetern. Sie sind besonders schön in Gruppen, machen eine gute Figur an Gehölzrändern und auch als Unterpflanzung von Tulpen und Narzissen.
Gesät werden Vergissmeinnicht im Sommer, so blühen sie bereits im kommenden Frühling. Sie mögen es sonnig bis halbschattig und hätten gerne einen leicht feuchten, lockeren und nährstoffreichen Boden. Wenn Sie möchten, dass sich Vergissmeinnicht von selbst vermehren, schneiden Sie die Blumen nach der Blüte nicht ab, so breiten sie sich immer mehr aus. Vergissmeinnicht sind besonders bienen- und insektenfreundlich.
Maiglöckchen – romantischer Blütenzauber
Besonders für schattige Standorte sind Maiglöckchen (Convallaria majalis) ideal, denn dort fühlen sie sich am wohlsten. Die Pflanzen gehören zu den Spargelgewächsen und erreichen eine Höhe von bis zu 30 Zentimetern. Sie blühen reinweiß und erfreuen uns mit glockenförmigen Blüten und einem intensiven Duft. Wie der Name schon sagt, öffnen sie ihre Blüten im Mai, blühen aber auch noch im Juni. Die Pflanze bildet Rhizome aus, die im Herbst oder im zeitigen Frühjahr in die Erde gesetzt werden.
Geben Sie den Maiglöckchen einen humusreichen, durchlässigen, leicht kalkhaltigen und feuchten Boden, schon haben Sie alles richtig gemacht. Dank der beschriebenen Rhizome breiten sich Maiglöckchen von selbst aus, sodass Sie hierfür nichts unternehmen müssen. Die Pflanzen sind sehr ausdauernd und blühen oftmals viele Jahrzehnte lang am selben Standort. Achtung: Maiglöckchen sind in allen Pflanzenteilen stark giftig und können leicht mit Bärlauch verwechselt werden!
Zierlauch – imposante Erscheinungen
Eine weitere Frühlingszwiebelpflanze, deren Blütezeit sich allerdings bis in den Juli ziehen kann, ist der Zierlauch (Allium). Die Pflanze gehört zu den Amaryllisgewächsen, die Zwiebeln werden – wie alle anderen Frühlingsblüher auch – im Herbst gesteckt. Achten Sie darauf, dass sie tief genug pflanzen, da Zierlauch mit bis zu 1,5 Metern sehr hoch werden kann. Auch die Blütenkugeln sind sehr imposant und bestehen aus vielen hundert Einzelblüten – sie ist zudem eine wertvolle Bienenpflanze. Zierlauch blüht vor allem in Violett, es gibt ihn aber auch in Blau, Rosa, Weiß oder Gelb.
Setzen Sie die Zwiebeln an einen sonnigen Standort – je sonniger, umso besser. Der Boden sollte gut durchlässig und nähstoffreich sein, wobei Staunässe vermieden werden sollte, da die Zwiebeln sonst faulen könnten. Im Laufe der Zeit bildet Zierlauch Tochterzwiebeln und vermehrt sich somit selbst. Zierlauch ist im Übrigen essbar, wenngleich Speiselauch geschmacklich intensiver ist.
Tränendes Herz – romantische Staude nicht nur für Verliebte
Das Tränende Herz (Lamprocapnos spectabilis) macht seinem Namen alle Ehre, denn die filigranen Blüten sehen tatsächlich wie kleine Herzchen aus. Die Pflanze gehört zu den Mohngewächsen und stammt aus Ostasien (China, Korea, Japan). Die Herzblüten sind rosafarben und haben eine weiße Tropfenspitze. Die hängenden Blüten zeigen sich an elegant überhängenden Stängeln. Das Tränende Herz wird bis zu 80 Zentimeter hoch und blüht von April bis Juni.
Als Wurzelstück oder Containerpflanze kommt das Tränende Herz entweder im Frühling oder im Herbst in die Erde. Wählen Sie einen halbschattigen bis schattigen Standort mit gut durchlässigem, humusreichem und leicht feuchtem Boden. Durch Teilung des Wurzelstocks kann das Tränende Herz im Frühling oder Herbst vermehrt werden. Da die Pflanze Alkaloide enthält, ist sie für Mensch und Tier giftig.