Saatgutbomben haben ihren Ursprung in der Guerilla-Gardening-Bewegung und werden genutzt, um mehr Grün in die Städte zu bringen. Solche Saatgutbomben werden mitunter schon in Online-Shops und bei Naturschutzvereinen angeboten. Sie können solche Saatgutbomben auch selbst herstellen, was richtig viel Spaß macht.
Ursprung von Saatgutbomben: Guerilla-Gardening-Bewegung
Saatgutbomben stammen aus der Guerilla-Gardening-Bewegung und wurden zur Begrünung von brachliegenden Flächen in den Städten entwickelt. Die Saatbomben wurden auf kahle Flächen im öffentlichen Raum geworfen, um mehr Grün in die Stadt zu bringen. Die Kugeln müssen einfach nur ausgeworfen werden. Saatrillen oder Löcher sind nicht notwendig, genauso wie Sie die Bomben nicht bewässern müssen. Sie überlassen alles dem Zufall.
Auf keinen Fall dürfen Sie die Saatkugeln in Naturschutzgebiete, landwirtschaftlich genutzte Flächen oder öffentliche Gärten werfen, denn das ist verboten. Auch auf gepflegte Grünanlagen oder in Parks sollten Sie die Samenbomben nicht werfen. Das gilt vor dem Gesetz als Sachbeschädigung. Ausgeworfen werden die Seed Bombs quasi im Vorbeigehen oder Vorbeifahren, vom Fahrrad oder Auto aus.
Als Orte für den Abwurf der Samenbomben eignen sich
- freie Flächen im eigenen Garten
- Verkehrsinseln
- Grünstreifen
- Bahndämme
- Baumscheiben
- brachliegende Grundstücke
Vorteile von Saatgutbomben: Nahrung für nützliche Insekten und mehr Grün
Die Samenkugeln haben einige Vorteile:
- Begrünung von kahlen Flächen
- Spaß bei der Herstellung
- bessere Chance, dass die Saat aufgeht, als bei losen Samen
- Nahrung für Bienen und andere nützliche Insekten
- Förderung der Biodiversität
Funktionsweise von Samenbomben: einfach nur werfen
Saatbomben müssen Sie einfach nur werfen, ohne dass Sie den Boden auflockern oder die Saat angießen. Die beste Zeit ist das Frühjahr, vor allem kurz vor einem vorhergesagten Regen. Der Regen sorgt dafür, dass sich die Erde löst und die Samen befeuchtet werden. Die Chancen, dass die Samen keimen, sind dann größer. Die Kugeln bestehen aus Erde, Wasser und Samen. Mit etwas Ton halten sie besser und bieten auch einen besseren Schutz vor Vögeln, die Samen fressen.
Geeignetes Saatgut für Samenbomben: heimische Pflanzen
Für die Saatgutbomben sollten Sie unbedingt nur Samen von heimischen Pflanzen verwenden. Einerseits sind diese Samen an die Bedingungen in Deutschland angepasst und wachsen besser, andererseits sind sie kein Eingriff in das Ökosystem. Sie kommen mit wenig oder ganz ohne Pflege aus. Anders sieht es bei exotischen Pflanzen aus, die sich vermehren und das Ökosystem stören können. Solche Pflanzen gedeihen auch nicht immer gut unter den Bedingungen in Deutschland. Verwenden Sie nur unbehandeltes Saatgut und robuste Sorten, die mit den Bedingungen in der Stadt gut auskommen. Gut geeignet sind:
- Wildblumenmischungen als Bienenweide
- Ringelblumen
- Sonnenblumen
- Kapuzinerkresse
- Malven
- Tagetes
- Sonnenhut
- Kornblumen
Auch Kräuter wie Rauke, Petersilie, Basilikum oder Schnittlauch sind geeignet. Allerdings sollten Sie beachten, dass Sie solche Kräuter von Grünstreifen an den Straßen oder Verkehrsinseln nicht ernten sollten, da sie zu stark mit Abgasen belastet sind. Wildpflanzen wie Natternkopf, Wicken oder Storchschnabel kommen auch mit Trockenheit gut aus und bieten mit ihren Blüten eine schöne Optik.
Saatgutbomben herstellen: Zutaten und Vorgehensweise
Saatgutbomben lassen sich einfach herstellen, was auch Kindern Spaß macht. Daher eignet sich beispielsweise auch ein Kindergeburtstag oder ein Spielenachmittag mit Kindern zur Herstellung der Seed Bombs. Anschließend schreiten Sie mit den Kindern zur Tat und werfen die Samenbomben aus. Für einen Quadratmeter sollten Sie mit zehn Saatgutbomben rechnen, für die Sie die folgenden Zutaten benötigen:
- 5 Hände voll Erde, am besten Pflanzerde oder mit Kompost angereicherte Erde
- 5 Hände voll Tonpulver, damit die Saatbomben besser halten
- 1 Handvoll Samen, gerne gemischt
- Wasser
Für die Herstellung der Saatbomben sieben Sie zunächst die Erde, die Sie dann mit Samen und Ton vermischen. Das Wasser geben Sie tröpfchenweise hinzu, damit der Teig gleichmäßig wird und die Saatbomben nicht zu feucht werden. Aus dem Teig formen Sie walnussgroße Kugeln, die Sie an einem gut belüfteten und nicht zu warmen Ort trocknen lassen. Die Saatbomben sind nach ein bis zwei Tagen trocken. Möchten Sie sie schneller verwenden, backen Sie sie bei niedriger Temperatur im Backofen. Die Saatbomben können Sie an einem kühlen Ort bis zu zwei Jahre lang aufbewahren.